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Stift Engelszell (AT)Stift Engelszell (AT)Stift Engelszell (AT)
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Abteien | Stift Engelszell (AT)

Abtei „Unsere Liebe Frau von Engelszell / Cella Angelorum“
Stiftstraße 6
A-4090 Engelhartszell  (Österreich)

Tel.   + 43 (0) 7717 80100
Fax.  + 43 (0) 7717 801017

www.stift-engelszell.at
abtei@stift-engelszell.at
pforte@stift-engelszell.at


Das Kloster Engelszell liegt in Engelhartszell im Norden Oberösterreichs an der Donau, in einem Tal, das von bewaldeten Hügeln umgeben ist. Es ist  60 Kilometer westlich von Linz entfernt, 25 Kilometer östlich (stromabwärts) von der deutschen Grenze und der Stadt Passau. 

Engelszell - wörtlich: „Cella Angelorum“ - existierte von 1293 bis 1786 als Zisterzienserkloster. Das letzte große Projekt dieser ersten Ära  war der Bau der neuen Stiftskirche im eleganten Rokoko-Stil, noch heute eine Attraktion für Besucher aus ganz Europa.
Im 19. Jahrhundert war das Kloster in Privatbesitz. Erst 1925 zogen wieder Mönche ein - abermals Zisterzienser, diesmal aber von der strengeren Observanz: Der damalige Besitzer verkaufte Engelszell an eine Gruppe deutscher Trappisten aus dem Kloster Ölenberg in dem seit kurzem französischen Elsass. Sie suchten ein neues Domizil. Ölenberg wurde so das Mutterhaus einer Gründung in Österreich: Engelszell.
Diese zweite Ära wurde brutal von der Gestapo des Hitler-Regimes unterbrochen: 1939 wurde das Kloster geschlossen, die 73 Mönche verhaftet oder vertrieben. Von den fünf in ein KZ deportierten Brüdern haben vier dort ihr Leben gelassen.
Nach Ende des 2. Weltkriegs kehrten 23 Mönche zurück und nahmen das monastische Leben in Engelszell wieder auf, verstärkt von 15 deutschen Trappisten, die aus der Abtei Mariastern in Bosnien (Jugoslawien) geflüchtet waren. Sie mussten das Pflegeheim weiterführen, das im Kloster in den Kriegsjahren eingerichtet worden war. Dieses Heim existiert noch immer, mittlerweile von der Caritas geführt, in neuen, modern ausgestatteten Gebäuden in Nachbarschaft zum Kloster.
Die Mönche, die nach dem 2. Weltkrieg das klösterliche Leben und seine Wirtschaft im großen historischen Komplex von Engelszell wieder aufbauten, bildeten eine Gemeinschaft, die seither immer kleiner wird, während die Aufgaben und Herausforderungen  wachsen. Heute sind es neun Brüder, davon vier hoch betagt, und fünf sind unmittelbar in die Arbeit und die Produktion einbunden. Natürlich haben wir Mitarbeiter; fünf von ihnen sind fest angestellt.

Und das sind die Sektoren der Ökonomie von Engelszell: Forstwirtschaft (140 Hektar Wald), Landwirtschaft (60 Hektar, seit kurzem verpachtet), Likörproduktion (rund 30.000 Liter jährlich), ein Fernheizwerk, das auf der Basis von Biomasse (zu einem guten Teil Holz aus dem eigenen Wald) den eigenen Bedarf deckt und das Caritas-Heim sowie zahlreiche Häuser der Umgebung beheizt; der Klosterladen an der Pforte, die auch die vielen Führungen für Gruppen von Besuchern organisiert; zwei Kleinkraftwerke, die das Kloster mit Strom versorgen; und schließlich Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung von Gebäuden, die das Kloster nicht mehr nutzen kann..

Ein Produkt der Mönche vor dem 2. Weltkrieg ist noch heute sehr populär: der „Magenbitter“, die unbestrittene Nummer Eins in der Likörproduktion von Engelszell. Rund um diesen Favoriten ein gutes Dutzend anderer Sorten.

In der Herstellung von Käse führen zwei Linien zusammen: Vor dem Krieg gab es eine Engelszeller Käseproduktion, und nach dem Krieg brachten die Mönche aus Mariastern ihre eigene Tradition mit. Erst vor wenigen Jahren haben wir beschlossen, die Tradition des Käses wieder aufzunehmen. und einen eigenen Trappistenkäse auf den Markt zu bringen. Er wird in der modernen Käserei der befreundeten Zisterzienserabtei Schlierbach hergestellt.

Eine Imkerei gab es in Engelszell sozusagen „schon immer“. Das alte Bienenhaus ist erst jüngst durch ein neues ersetzt worden. Ein junger engagierter Bienenzüchter erweitert das Angebot von Honig und den Honigprodukten  der  Bienen des Klosters. 

Engelszell ist das einzige Kloster des OCSO in Österreich, und im deutschsprachigen Raum weit entfernt von den anderen Häusern. Dies und die kleine Zahl der Gemeinschaft zwingen uns dazu, Kooperationen mit Klöstern anderer Orden zu suchen, auch im Hinblick auf einen Markt für unsere Produkte, und auch Kooperationen mit kleinen Unternehmern auf der Ebene der Produktion.